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Erbkrankheiten

Erbkrankheiten & Gesundheitsvorsorge

Ziel dieser Seite
In der Zucht zählt Transparenz. Viele rassetypische Erkrankungen sind genetisch testbar (DNA-Test), andere sind komplex vererbt und werden über Screenings (z. B. Röntgen, Augenuntersuchung) beurteilt. Diese Seite zeigt übersichtlich, welche Themen relevant sind und wie wir als Züchter damit umgehen.

1) DNA-testbare Erbkrankheiten (klassisch vererbte Defekte)
Diese Erkrankungen werden in der Regel autosomal-rezessiv vererbt.
• Frei (clear): Keine Mutation nachweisbar
• Träger (carrier): Mutation vorhanden, Hund meist klinisch unauffällig
• Betroffen (affected): Mutation beidseitig, Erkrankung möglich/zu erwarten

Übersicht DNA-Tests (Border Collie):

Thema Abkürzung Kurzbeschreibung Nachweis Relevanz für Zucht
Trapped Neutrophil Syndrome TNS Schwere Immunschwäche, frühe Infekte/Gedeihstörung DNA-Test Trägerstatus zwingend berücksichtigen
Collie Eye Anomaly CEA Angeborene Entwicklungsstörung des Auges DNA-Test + augenärztliche Untersuchung Paarungen so steuern, dass keine betroffenen Welpen entstehen
Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (B12-Malabsorption) IGS Gestörte Vitamin-B12-Aufnahme, Entwicklungs-/GI-Probleme DNA-Test Trägerstatus berücksichtigen
Neuronale Ceroid-Lipofuszinose NCL/CL Neurodegenerative Erkrankung (schwerwiegend) DNA-Test Streng vermeiden
Sensorische Neuropathie SN Neurologische Störung, progredient DNA-Test Trägerstatus berücksichtigen
Goniodysgenesie / Glaukom-Risiko GGD Fehlbildung im Kammerwinkel, Glaukom-Risiko DNA-Test (Risiko) + augenärztliche Untersuchung Risikomanagement über Paarung + Screening - Trägerstatus berücksichtigen
Dentale Hypomineralisation ("Raine") RS Störung der Zahnhartsubstanz (selten) DNA-Test Optional im Panel, je nach Linie - Trägerstatus berücksichtigen

2) DNA-testbar und im Alltag besonders wichtig: Medikamenten-Sensitivität

MDR1 / ABCB1 (Arzneimittel-Sensitivität)


Bestimmte Medikamente können bei genetischer Veranlagung deutlich stärkere Nebenwirkungen verursachen. Das ist besonders relevant für tierärztliche Behandlungen (z. B. Parasitenmittel in hohen Dosen, bestimmte Durchfallmittel, Sedation/Schmerzmittel je nach Wirkstoffgruppe).

Nachweis: DNA-Test

Zucht-Relevanz: vor allem medizinische Sicherheit und klare Information an Welpen Käufer.

Thema Abkürzung Nachweis Nutzen
Medikamenten-Sensitivität MDR1 / ABCB1 DNA-Test Medizinische Sicherheit & klare Tierarzt-Information

3) Nicht per einfachem DNA-Test abhakbar, aber züchterisch sehr relevant
Hier spielen mehrere Gene und Umweltfaktoren zusammen. Daher werden Screenings und Linienwissen genutzt.

A) Epilepsie (idiopathisch)
Nachweis: kein einzelner "Haken"-DNA-Test.

Zuchtansatz: Familienhistorie, Auftreten in Linien, offener Austausch, konsequente Dokumentation.

B) Hüfte & Ellenbogen
HD (Hüftdysplasie) und ED (Ellbogendysplasie).
Nachweis: Röntgen-Auswertung nach anerkanntem Schema.

Zuchtansatz: nur mit dokumentierten Ergebnissen, klare Selektion, verantwortungsvolle Paarungen.

C) Weitere orthopädische Screening-Themen
Diese Themen sind nicht durch einen einfachen DNA-Test abgedeckt und werden über Untersuchung/Röntgen beurteilt:

OCD (Osteochondrosis dissecans): Entwicklungsstörung von Knorpel/Gelenkoberfläche; Abklärung typischerweise orthopädisch und ggf. per Bildgebung (je nach Gelenk).
LÜW (Lumbosakraler Übergangswirbel): anatomische Variante im Übergang Lendenwirbelsäule/Kreuzbein; Beurteilung per Röntgen.
Spondylose: knöcherne Zubildungen an der Wirbelsäule; Beurteilung per Röntgen, je nach Ausprägung klinisch relevant.

D) Hörvermögen (EAOD)
EAOD (Early Adult Onset Deafness) beschreibt einen früh einsetzenden Hörverlust bei Border Collies (typisch im Alter von ca. 3 bis 5 Jahren).
• EAOD: Risikoeinschätzung über genetischen Marker-/Linkage-Test (Hinweis auf erhöhtes Risiko) und ggf. objektive Hörprüfung (BAER/audiometrisch).


Übersicht Screening-Themen:

Thema Abkürzung Nachweis Warum es zählt
Hüftdysplasie HD Röntgen/Score Gelenkgesundheit & langfristige Belastbarkeit
Ellbogendysplasie ED Röntgen/Score Vermeidung chronischer Lahmheiten
Osteochondrosis dissecans OCD Orthopädische Untersuchung, Röntgen Frühe Gelenkprobleme erkennen und Zuchtrisiken senken
Spondylose - Röntgen Wirbelsäulengesundheit dokumentieren, spätere Belastungsrisiken reduzieren
Lumbosakraler Übergangswirbel LÜW Röntgen Wirbelsäulenanatomie dokumentieren, Risikoabschätzung je nach Linie
Early Adult Onset Deafness EAOD Marker-/Linkage-Test (Risikohaplotyp) und ggf. BAER/audiometrische Untersuchung Früher Hörverlust kann Leistung/Alltag beeinflussen; züchterisches Risikomanagement durch Transparenz und Dokumentation
Epilepsie (idiopathisch) - Linien-/Familienhistorie, Dokumentation Früherkennung von Risikokonstellationen

4) Unser Standard-Gesundheitsprogramm (Zucht-Checkliste)

Pflicht (bei uns Standard)
1. DNA-Panel Border Collie (CEA, TNS, IGS, NCL, SN, MDR1, GG, RS) - Optional: EAOD (Marker-/Linkage-Test) je nach Linie/Arbeitsanspruch
2. Augenuntersuchung (klinische Beurteilung durch Fachstelle)
3. HD-Röntgen (mit dokumentierter Auswertung) - Optonal: OCD, ED, LÜW, Spondylose


5) Zuchtlogik in einem Satz

Wir planen Verpaarungen so, dass keine betroffenen Welpen aus genetisch testbaren Krankheiten entstehen und dass Risikothemen (z. B. Gelenke, Wirbelsäule, Epilepsie) durch Screening, Dokumentation und verantwortungsvolle Linienführung minimiert werden.

6) Hinweis zur Aktualität

Genetische Tests und Test-Panels entwickeln sich weiter. Wir prüfen regelmäßig, ob neue, sinnvolle Testoptionen hinzugekommen sind und passen unser Zuchtprogramm entsprechend an.

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